Damen III: Spielbericht zum 5.Spieltag

von Daniel Weissert

Spielbericht zum 3:1-Auswärtssieg (22:25, 26:24, 25:23 & 25:17) beim Landesligaabsteiger Stolberger TG

Wenn schon, nach einem verlorenen ersten Satz, bei einer zwischenzeitlichen Sechs-Punkte-Führung in Satz 2 ein „Oh wie ist das schön“ angestimmt wird, weiß man, dass dies kein normales Spiel ist.

Als Underdog gegen den favorisierten Landesligaabsteiger, konnten wir recht befreit und ohne jeglichen Druck in das Spiel gehen. Die letzten zwei Wochen vor diesem Aufeinandertreffen haben wir im Training hart an unseren Schwächen gearbeitet, härter wohl als vor jeder anderen Partie. Denn wir wussten, gegen diese starken Stolbergerinnen, die sich bis zu diesem Zeitpunkt keine Blöße gegeben haben und jeden Gegner mit 3:0 vom Platz gefegt haben, mussten wir unser bestes Spiel machen, um überhaupt ein Duell auf Augenhöhe erreichen zu können.

Coach Daniel konnte dabei, fast aus dem Vollen schöpfen, was die Aufstellung anging. Einzig der Ausfall von Blockmonster Maren wog vermeintlich schwer gegen die starken Angreifer der Kupferstädterinnen.

Satz 1 begann rasant. Die Taktik, mit riskanten Aufschlägen, die Annahme des Gegners direkt ans Wackeln zu bringen, brachte auch viele Fehler mit sich und nicht den gewünschten Erfolg, zumal gerade die gegnerische Libera einen Sahnetag erwischt hat und fast alles perfekt zu ihrer Zuspielerin brachte. Eine zwischenzeitliche 8:5-Führung mussten wir Mitte des Satzes leider hergeben, da wir durch einige unpräzise gespielte Dankeballsituationen, nicht gut ins Angriffsspiel gefunden haben. Dem Fünf-Punkte-Rückstand liefen wir fast nur hinterher und am Ende ging der erste Satz mit 22:25 an die Heimmannschaft.

Dass es ein Auswärtsspiel war, war aber im Grunde nicht zu spüren, denn mindestens dreiviertel der zahlreichen Zuschauer, waren unsere Anhänger, die uns auch trotz des Satzverlustes, Mut machenden Applaus schenkten. Da wir lange gegen den Favoriten mithalten konnten, spürten wir wohl unterbewusst, dass hier noch nicht das letzte Wort gesprochen war und es eben drei Sätze zum Spielgewinn braucht.

Wir legten los wie die Feuerwehr und erkämpften uns einen Punkt nach dem anderen. Unsere Annahme war sicher und immer öfter bekamen wir unsere Hände und Arme unter die krachenden Angriffe der Stolbergerinnen. Der Kampf zahlte sich aus und schnell sahen wir zwischenzeitliche 8:3 und 16:10 Führungen auf der Anzeigentafel. Aber auch das Heimteam steckte nicht auf und knappste Stück für Stück an unserer Führung und setzte vor allem unsere Annahme massiv unter Druck. Einen Satzball konnten sie beim Spielstand von 24:23 noch abwehren, aber den zweiten zum 26:24 Satzendstand nicht. Mit großem Jubel, dem Ligaprimus die erste Satzniederlage der Saison beschert zu haben, wechselten wir die Seiten.

Wer uns kennt weiß, dass wir schwer satt zu bekommen sind und so ein Satzgewinn gegen den Tabellenführer ist zwar schon ein feiner Leckerbissen, aber satt macht der noch lange nicht. Und da wir jetzt wussten, dass die Stolbergerinnen verwundbar waren, wollten wir dies zu unseren Gunsten nutzen. Co-Trainer Jan war für das taktische Feintuning verantwortlich, was uns einige starke Punkte brachte, die wie Nadelstiche beim Gegner wirkten. Über konstant gute erste Pässe schafften wir es, viele Angriffsmöglichkeiten zu kreieren und die tolle Block-Abwehr-Arbeit tat ihr Übriges dazu, dass es ein hart umkämpfter und auf hohem Niveau geführter dritter Satz wurde, in dem sich kein Team einen klaren Vorteil verschaffen konnte. Am Ende war es vielleicht das Glück des Tüchtigen, was uns den 25:23 Satzerfolg und somit schon einen sicheren Punkt brachte. Niemand wusste zu diesem Zeitpunkt, welche dramatischen Szenen sich im kommenden vierten Satz noch abspielen würden.

Satz 4 startete, wie der dritte Satz endete. Ein offener Schlagabtausch, in dem beide Mannschaften alles in die Waagschale warfen und um jeden Ball kämpften. Wir lagen zur Mitte des Satzes immer knapp hinten und das Glück schien auch nicht mehr auf unserer Seite zu sein, denn immer wieder küssten Angriffe des Gegners unsere Feldlinien. Ein Ball wurde sogar vom bis dato fehlerfrei pfeifenden Schiedsgericht fälschlicherweise Aus gegeben und nach Hinweis von Coach Daniel doch dem Heimteam zugesprochen. Fairness, wie wir sie bekanntermaßen vorleben, von jedem Gegner erwarten und in jedem bisherigen Spiel (und auch in der letzten Saison) erlebt haben. Leider nicht an diesem Tag… Ein guter Schnellangriff unserer Marina wird deutlich von der gegnerischen Mittelblockerin berührt und fliegt danach ins Aus. Klare Sache, Punkt für uns… denkste! Das Schiedsrichtergespann hat die Berührung leider nicht gesehen, weswegen man ihm aber keinen Vorwurf machen kann, da solche kurzen Berührungen meist schwer zu sehen sind. Gesehen und auch gehört hat es aber die ganze Halle, die laut und vehement den Touch und unseren Punktgewinn forderten. Die Fairness gebietet es eigentlich eine solch klare Berührung zuzugeben, vor allem, wenn man dazu aufgefordert wird. Leider war Fairness in diesem Moment kein gängiger Begriff für das Stolberger Team, was das Publikum im Anschluss mit deutlichen Pfiffen und Buhrufen quittierte. Um dann anscheinend noch einen drauf zu setzen, ließ sich die gegnerische Außenangreiferin, nach zwei wirklich toll versenkten Angriffen ihrerseits, dazu hinreißen, in der ohnehin dadurch leicht aufgeheizten Atmosphäre übertrieben in unsere Richtung zu jubeln. Eine Unsportlichkeit, die einfach nicht sein muss und die, das so stark aufspielende Stolberger Team, eigentlich nicht nötig hat.
Mit einer Auszeit bei einem 4-Punkte-Rückstand versuchte der Coach die Gemüter etwas zu beruhigen und der Satz „lieber verliere ich fair, als unfair zu gewinnen“, trieb uns im Anschluss an dieser Unsportlichkeit keinen Lohn zu bringen! Mit einem wahren Feuerwerk an variablen Angriffen aus einer Vielzahl von ersten guten Pässen, spielten wir die Kupferstädterinnen an die Wand, die mehr und mehr verzweifelten und eine Unruhe, entfacht durch das vorangegangene unfaire Verhalten, mit sich brachte, die nicht zu übersehen war und die wir eiskalt ausnutzten. Der 25:17(!) Satzendstand brachte uns den 3:1 Gesamtsieg, der am Ende verdient war, wenn man die Umstände des letzten Satzes sieht. Mit diesem Sieg ziehen wir an den Stolbergerinnen an der Tabelle vorbei und erobern uns den ersten Platz. Dieser erste Platz ist gleichzeitig eine Premiere, denn noch nie haben wir nach einem Spieltag in der Bezirksliga auf dem ersten Platz gestanden. Ein riesen Dank an alle Fans die uns wieder so lautstark und phänomenal unterstützt haben. Badaboom!!! Eure Engel

Stimmen zum Spiel:

Kapitänin Sarah: „Mehr als „GEIL“ kann ich gar nicht sagen. Es hat verdammt Spaß gemacht und wir haben gezeigt, was wir können. Ich bin stolz auf jede Einzelne! Nie ohne mein Team!“

Larissa: „Das Spiel war einfach geil!!! Geile Stimmung, geile Ballwechsel, geile Fans und ein geiles Ergebnis! Es war das schönste ,aufregendste aber auch anstrengendste Spiel meines Lebens! Ich glaub das war die beste Leistung die wir je als Mannschaft abgeliefert haben und hat uns noch enger zusammengeschweißt!“

Sophia: "Mit einer lautstarken Unterstützung durch unsere Fans konnten wir über uns selbst hinauswachsen und starke 3 Punkte einfahren. Nach dem ersten knapp verlorenen Satz haben wir gemerkt, dass an diesem Tag noch mehr drinnen ist, wenn wir unsere Eigenfehler reduzieren. Dank einer super Teamleistung konnten wir uns in den entscheidenden Phasen des Spiels durchsetzen und das Spiel zu unserem Gunsten entscheiden. Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht und wir freuen uns auf die nächste Herausforderung."

Coach Daniel: „Hinter uns liegen zwei wirklich intensive Trainingswochen und ich wusste das meine Mädels zu einigem fähig sind, wenn sie 100% das spielen und abrufen, was sie können. Und das mussten wir auch gegen ein sehr starkes Stolberger-Team. Die Aktion in Satz 4 war natürlich so nicht in Ordnung von der Mittelblockerin, zumal wir den Schiedsrichtern in knappen Situationen immer helfen. Das ist einfach nur schade und traurig, wie sie da die Fairness mit Füßen getreten hat. Kompliment aber an meine Mädels, die sich nicht haben beirren lassen und die richtige sportliche Antwort gegeben haben. Ich denke auch, dass die Aktion eigentlich ein Eigentor war, denn sie waren auf dem besten Weg uns in den Tiebreak zu zwingen. Unbedingt noch erwähnen möchte ich aber, dass sich Britta (Aushilfstrainerin an diesem Tag; gehört sonst zum sympathischen Team des TV Höfen) nach dem Spiel bei mir entschuldigt hat und die Aktion, so wie sie gelaufen ist, nicht gutgeheißen hat. Sie konnte da ja auch nichts machen. Auch Anne (die Stolberger Kapitänin) fand das Verhalten ihrer Mitspielerinnen nicht in Ordnung! Aber Schwamm drüber, ich freue mich trotzdem aufs Rückspiel! Aber erst mal freue ich mich auf die kommende Woche. Freitagabend wollen wir mit einem Sieg über Kornelimünster ins Kreispokalfinale einziehen und am Samstag kommt es dann zum erhofften Topspiel gegen unsere Freunde aus Schmidt. Das wird ein Volleyball-Fest, da bin ich mir sicher.“

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