Damen III: Spielbericht zur Relegation

von Daniel Weissert

Am Freitagabend (10.5.) steuerte eine Großkolonne die Dreifachhalle im 65km weit entfernten Frechen an. An Bord waren 16 hochmotivierte Engelchen, zwei entschlossene Trainer und zahlreiche gespannte Fans.

Wir konnten es kaum erwarten, dass es endlich losgeht. Jeder von uns war heiß auf dieses Match. Aber kaum waren die ersten Punkte gespielt, war eine gewisse hemmende Nervosität nicht von der Hand zu weisen. Nach zwei eigenen Fehlern im Angriff und zwei Annahmefehlern musste beim Stand von 0:4 die erste Auszeit genommen werden. Eine Auszeit die ihren Zweck erfüllte, denn wir fanden besser ins Spiel und konnten uns mit einem guten Aufschlag-/Angriffsmix auf 7:8 ran arbeiten. Leider hielt das Hoch nicht an und die sympathischen Frechenerinnen drängten uns ihr variables Angriffsspiel immer mehr auf. Zusätzlich machten wir viele unnötige eigene Fehler und mussten den Satz deutlich mit 11:25 an die Gastgeber abgeben.

Egal. Abhaken. Nächster Satz. Anfangsrespekt ist abgelegt. Dachte man zumindest, wenn man den Beginn des zweiten Satzes sah. Dies hielt allerdings auch nur bis zum 4:4 denn dann begann Frechen erneut damit, den Druck auf unsere Annahme zu erhöhen und ließ uns kaum in unseren eigenen Aufbau kommen. So konnten sie sich wieder früh absetzen. Allerdings durchbrachen wir zur Mitte des Satzes etwas ihren Rhythmus und konnten uns mit viel Einsatz und Biss auf vier Punkte ran robben. Doch nach der gegnerischen Auszeit beim Spielstand von 14:18 lief einfach nichts mehr zu unseren Gunsten und auch den zweiten Satz, dieses Mal mit 15:25, für sich entscheiden.

Egal. Abhaken. Nächster Satz. Dies ist ein „Alles-oder-Nichts-Spiel“. Man muss hier drei Sätze gewinnen und das haben die Gastgeber zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Wieder schafften wir es sehr gut in den Satz zu starten und den Abstand zum Gegner gering zu halten. Bis zum 5:6 war alles offen doch dann waren es fünf leichte Eigenfehler und eine starke Aufschlagserie der gegnerischen Nummer 7 die uns einen 5:14-Rückstand brachten. Man merkte daraufhin deutlich, dass die Frechenerinnen etwas den Fuß vom Gaspedal nahmen und den Satz sicher und kontrolliert nach Hause bringen wollten, was uns nochmal einige schöne Punkte bescherte. Allerdings waren die Punkte zum 18:25 Endstand nur noch Ergebniskorrektur und die Gastgeber konnten sich zurecht für ihre starke Leistung von ihren Fans feiern lassen. Dies ließen sich aber auch unsere Fans nicht nehmen und machten uns nochmal lautstark Mut für das anstehende zweite Spiel gegen den PTSV, was unsere Stimmung deutlich aufhellte.

 

In unserem Heimspiel am Muttertag (12.5.) ging es dann, nach dem Frechener 3:1 Sieg über den PTSV am Vortag nur noch um die berühmte goldene Ananas. Trotzdem hatten wir uns vorgenommen unsere Fans mit einem Derbysieg in die Sommerpause zu verabschieden.

Im ersten Satz gerieten wir früh in einen 3-Punkte-Rückstand, der bis zur Mitte des Satzes allerdings nicht größer werden sollte. Allerdings schlichen sich zunehmend mehr Unkonzentriertheit in die ersten Pässe und insgesamt sechs direkte Annahmefehler machten es nicht möglich den Rückstand aufzuholen. Die jungen Mädels des PTSV ließen im Gegensatz dazu gerade mal einen direkten Aufschlagpunkt von uns zu, weswegen das Satzergebnis von 18:25 die logische Konsequenz daraus war.

Wer jetzt aber Befürchtungen hatte, es würde nun so laufen, wie am Freitag gegen Frechen, sah sich getäuscht. Wir starteten furios in den zweiten Satz und zwangen die talentierten Mädels auf der Gegenseite zu vielen Fehlern. Grundlage hierfür waren wirklich sehr gute Annahmen und nur ein Annahmefehler im ganzen Satz. Beim Spielstand von 16:12 war der Gegner zur Auszeit gezwungen und wie am Freitag war es eine Auszeit mit Wirkung, denn danach stand es 16:15 und wir mussten unsererseits eine Auszeit nehmen. Es blieb ein knapper Satz aber, wenn man neun (!) Aufschlagfehler in einem Satz macht, kann man diesen leider auch nicht gewinnen. 23:25 hieß es am Ende des zweiten Satzes.

Enttäuschung machte sich breit. Der Satz war doch schon unserer. Diesen Satz nicht geholt zu haben, war quasi die Vorentscheidung in diesem Spiel, denn danach lief nichts mehr und der PTSV konnte seinen Stil runterspielen und auch den dritten Satz mit 12:25 für sich entscheiden.

Erneut waren es unsere mega geilen Fans, die uns lautstark zujubelten, als wären wir die Sieger dieser Begegnung gewesen und uns somit mit einem guten Gefühl in die Sommerpause entließen.

Wir haben uns so viel vorgenommen, doch am Ende hat es nicht gereicht. Erneut sind wir als Vizemeister in der Relegation gescheitert. Trotzdem sind wir stolz auf das erreichte. Jetzt heißt es neu sortieren und schauen was die Zukunft bringt…

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